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Im Stadtteilhaus Mitte in Stuttgart spielt sich etwas Komisches ab: Männer und Frauen reissen die Hände in die Höhe, gluckern, prusten, brüllen und lachen. Sie zeigen mit dem Finger auf sich selbst, imitieren Tiere und klatschen. Danach Atemübungen und wieder schallendes Gelächter.
Grund dafür ist der Lachtreff, der hier alle zwei Wochen stattfindet. “Bei uns ist Lachen strengstens erlaubt”, sagt Hans-Martin Bauer, einer der führenden Lachyoga-Trainer Deutschlands. Er leitet den Lachclub. Hauptberuflich arbeitet er als Psychotherapeut, nebenbei als Klinik-Clown. Er sagt, dass es mit Ausnahme des Strafvollzugs keine Gruppe gebe, mit der er noch nicht gelacht hätte. “Man kann nicht genug lachen.”
Experten haben längst rausgefunden, dass Lachen gesund ist. Es lockert die Muskeln, löst aufgestaute Emotionen und setzt Glückshormone frei. Bauer kann das nur bestätigen: “Jede Minute schallendes Lachen ersetzt 45 Minuten Entspannungstraining.” Beim Lachtreff geht es auch ums Loslassen, darum, nicht immer vernünftig zu sein. “Wer nicht lacht oder Lachen abwertet, versteckt seine Unsicherheit. Kopflastige Menschen tun sich mit Lachen besonders schwer.” Grundloses Lachen fördert das Selbstbewusstsein, die Akzeptanz des eigenen Ichs. Man wird ausgeglichener und macht sich nicht so viele unnötige Sorgen.
Beim Lachtreff machen die Teilnehmer Übungen, die dabei helfen sollen, alles loszuwerden, was sie belastet. Kiefer- und Gesichtsgymnastik soll dabei helfen, Heiterkeit und Frohsinn anzustimmen. “Anfangs kommt man sich schon ziemlich merkwürdig vor”, sagt Martin Müller. Aber nach dem Lachtreff steige er schon mit einem ganz anderen Gefühl in die U-Bahn ein. “Lachen muss man zulassen”. Und man müsse sich mit dem Thema viel mehr auseinandersetzen. “Wer lachen lernt, dem fällt es im Alltag leichter.”