Thementag im Nürnberger Zoo
Der Nürnberger Zoo feierte inzwischen seinen 100.Geburtstag und lud seine Besucher zum Jubiläum auf eine Reise durch die Zeitgeschichte der Tierhaltung ein. Im Gegensatz zu den damaligen Bedingungen hat sich heute vieles zum Besseren entwickelt. Ganz oben auf dem Programm steht das Stichwort „natürliche Aufzucht“, die Tiere sollen in einer Umgebung leben, die ihrem natürlichen Lebensraum so nah wie möglich kommt. Im Gegensatz zu heute wurden die Gorillas damals zum Beispiel „zu Tisch“ gebeten. Eine Szene aus Plüschtieren stellt nach, wie ein Gorillababy am Tisch hockt und mit Brei gefüttert wird. Ein Trinkbecher steht in Reichweite und das Gesamtbild erinnert doch sehr an die Nahrungsaufnahme bei einem Kleinkind. Solch ein Umgang war früher an der Tagesordnung und hatte fatale Folgen. Die Tiere wurden viel zu dick. Die Flaschenaufzucht, das Füttern mit Brei und zwischendurch oft mit süßem Obst, eine ungesunde Ernährungsweise, die in der Natur gar nicht möglich wäre. So bekommen die Gorillas heute viel Rohkost und Heu und nur ab und an eine Portion süßen Ketchup. Den mögen die Säugetiere nämlich überaus gern. Ihr Gehege ist mit Heu und Stroh ausgestattet, darin können sie sich ordentlich hin- und herwälzen.
Auch die Nashörner haben heute viel mehr Platz als früher. Ihr Zuhause mussten sie sich nämlich zu Beginn mit den Elefanten teilen. Heute können sie sogar zwischen diversen Bodenmaterialien entscheiden. Zur Auswahl stehen Lehm, Sand und grober Rindenmulch. Im Dickhäuterhaus stehen Bäume, damit sie sich daran reiben können. Mit den größeren Gehegen werden auch die medizinischen Untersuchungen einfacher. Durch das Gitter der sogenannten Trainingswand können die Tiere ihre Köpfe stecken, damit wird das Blutabnehmen viel leichter. Auch die Fußpflege mit einer großen Feile kann so gefahrlos von den Pflegern erledigt werden.
Auch Tapire sind im Nürnberger Zoo beherbergt. Sie sind zwar nicht unbedingt Schmusetiere, aber sie mögen Streicheleinheiten dennoch sehr. Auch das Bürsten des Fells genießen sie. Diese Vorliebe wird vom Pflegepersonal genutzt, um die Tiere wenn nötig quasi nebenbei zu untersuchen. Spritzen mögen Tapire genau so wenig wie wir Menschen. Aus diesem Grund wird ihnen Blut mit einer Wanze abgenommen.
Der Nürnberger Zoo setzt inzwischen auf Laufställe statt Einzelhaltung bei den Antilopen. Auch dürfen sie ihr Futter inzwischen vom Boden fressen, was früher wegen der Angst vor Würmern im Tiergarten verpönt war.
Insgesamt hat sich hier viel verändert, zum Glück aber nur im Positiven. Einziger Kritikpunkt im Nürnberger Zoo ist das Delfinbecken. Die 2011 angeschaffte Anlage verhalf dem Tiergarten zwar einerseits zu höheren Besucherzahlen, ließ jedoch auch einige kritische Stimmen laut werden.


