Da scheint sich zwischen der Stadt Stuttgart und der Immobilien Patrizia AG ein Donnerwetter zusammen zu brauen. Der Augsburger Finanzinvestor Patrizia hat nicht vor, die Wohnungen aus dem Eisenbahnerdorf der Stadt Stuttgart zu überlassen.
Die Stadt kocht vor Wut, und das nicht erst nach dem Vertragsabschluss von Patrizia, über die 21.000 LBBW-Wohnungen. Doch nun ist der stille Frieden endgültig zu Ende. Die Stadt Stuttgart fordert insgesamt 4.900 Wohnungen, die bereits verkauft worden sind.
Es handelt sich hierbei um die Wohnungen im Norden der Stadt. Das sind nicht nur irgendwelche Wohnungen, an diesen Wohnungen sind alle Parteien interessiert, denn die Eisenbahnerhäuser werden durch das Milliardenprojekt Stuttgart 21 immens aufgewertet. Bislang waren die Wohnungen auf Grund der Lage sehr günstig. Dies ändert sich nun mit dem Bau der neuen Eisenbahnlinie und des Bahnhofs. Die Stadt hat bereits kundgetan, dass sie an den Wohnungen der Eisenbahn-Siedlungsgesellschaft ESG mehr als interessiert sei.
Leider erhielt die Stadt vom neuen Besitzer ein Nein, was nicht nur sie wütend macht, denn der Besitzer die Patrizia AG, ist dafür bekannt, dass ihr Interesse zum einen bei der Rendite und zum anderen nicht bei den Mieterinteressen liegt.
Doch der Ärger über die Patrizia AG ändert den Stand der Dinge nicht. Zum wiederholten Male hat nun der Chef von Patrizia AG, Wolfgang Egger, seinen Standpunkt vertreten. Für ihn komme kein Weiterverkauf der Wohnungen in Frage. Auch bei den Verpflichtungen im Bereich des Mieterschutzes soll es Auseinandersetzungen geben. Die Sozialcharta soll laut der Stadt Stuttgart nicht befriedigend sein.
Sollte die Augsburger Patrizia AG weitere Punkte der Sozialcharta übernehmen, möchte die Stadt Stuttgart eine zehnprozentige Beteiligung an der Immobiliengesellschaft erheben.
Sollte sich die Patrizia AG auf die Beteiligung einlassen, werden alle Fraktionen hinter der Plan stehen. Da die Beteiligungszusage der Patrizia AG auf freiwilliger Basis besteht, ist es fraglich, ob sie sich auf das Angebot der Stadt einlassen werden.