Müller-Brot bleibt weiterhin stillgelegt
Da kann man leicht sein Vertrauen in die Lebensmittelindustrie verlieren. Schon wieder berichten die Medien über anhaltende Hygieneprobleme bei der Großbäckerei Müller-Brot. Die Firma sollte eigentlich genug Zeit und die Chance gehabt haben, die Hygienebedingungen in den Produktionsräumen zu verbessern. Mehr als sechs Wochen lang wurden die Räume nun geputzt, auch bauliche Veränderungen wurden vorgenommen. Und trotzdem scheint all der Aufwand nicht viel gebracht zu haben. Am vergangenen Montag hat ein 20-köpfiges Team aus Lebensmittelkontrolleuren des Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, des Landratsamtes Freising und der Regierung von Oberbayern die Großbäckerei überprüft. Auch bei dieser letzten Prüfung haben die Kontrolleure tote Schaben und Mäusekot gefunden – Grund genug für die Großbäckerei in Neufarn bei München bei der Hygiene-Prüfung durchzufallen.
Nun haben die Behörden erneut Konsequenzen gezogen: Da der Schädlingsbefall nicht zuverlässig und nachhaltig bekämpft werden konnte, bleibt das Backverbot für Müller-Brot weiterhin in Kraft. Aller Wahrscheinlichkeit nach wird die Produktionsstätte für immer stillgelegt.
Die Backfabrik war bereits Ende Januar aufgrund von mehrfach festgestellten gravierenden hygienischen Missständen, unter anderem wegen Schädlings- und Schimmelbefall, durch die Behörden stillgelegt worden. Solange musste also die Produktion ruhen. Doch der anhaltende Produktionsstopp hatte zur Folge, dass das Unternehmen in die Pleite getrieben wurde. Nach Angaben des vorläufigen Insolvenzverwalter Hubert Ampferl wurden die Hallen in den vergangenen Wochen trotz finanziellen Engpässen gründlich geputzt. Es bleibt aber unklar, ob die Firma nicht genug Geld für bessere Reinigungsarbeiten hatte oder die Hygieneempfehlungen der Kontrolleure einfach nicht erst genommen hat.
Es bleibt unklar, ob es sich für die Gläubiger lohnt, noch mehr Geld in weitere Reinigungsarbeiten zu investieren. Denn kurz nach der letzten Kontrolle hat der Insolvenzverwalter bekannt gegeben, dass es momentan an Geld fehlt, um weitere Hygienemaßnahmen durchzuführen.
Von der Pleite der Großbäckerei sind nicht nur zahlreiche Pächter von Müller-Brot-Filialen sondern auch rund 1250 Mitarbeiter, die in der Fabrik tätig waren, betroffen. Immerhin sind ihre Gehälter aber bis Ende März über das Insolvenzgeld der entsprechenden Arbeitsagentur gesichert.



Am 30. Januar hatte die Bäckerei wegen Hygieneproblemen ihren Betrieb einstellen müssen. Seitdem wurden alle Maschinen in der Brotfabrik auseinandergenommen und gereinigt. Seit 2009 hat das LGL immer wieder Schmutz und Schaben gefunden. Teigmischungen und Lebensmittel seien deshalb immer wieder vernichtet worden.