Kinosterben in München
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Nur noch IMAX-Tempel mit Hollywood-Blockbuster anstatt europäische Kinokunst in romantischen, kleinen Sälen wie noch in den goldenen Zwanzigern? Wenn es so weiter geht, wie bisher, dann steht dem Kino dieses Schicksal bevor: In München muss nun schon das nächste Autoren-Kino schließen. Das Atlantis an der Schwantahlerstraße schließt im kommenden März seine Türen. Nach dem Tivoli und dem Filmcasino macht damit ein weiteres Kino mit Klasse dicht.
Das Atlantis hatte sich auf Filme im Original mit deutschen Untertiteln und Sneak-Previews spezialisiert, bei dem den neugierigen Besuchern ein unbekannter und neuer Film kurz vor dem offiziellen Startdatum präsentiert wurde. Zwei Säle mit insgesamt 350 Plätzen boten guten Filmen und unvergesslichen Kinoabenden Raum – rechnen tat sich das aber leider schon lange nicht mehr. Alleine schon die Umstellung auf digitale Technik, die langsam zur Notwendigkeit wird, würde 70.000 Euro pro Leinwand kosten. Diese Kosten sind für ein kleines Kino mit kriselnden Besucherzahlen utopisch. So aber können sie nicht konkurrenzfähig bleiben gegenüber den riesigen Kino-Komplexen, hinter denen große Ketten mit massiven Geldern stehen.
Langsam wird es also schwierig, in München authentische Kinos mit anspruchsvollerem Programm zu finden. Denn das war auch in den beiden anderen, kürzlich geschlossenen Kinos zu finden. Das bereits Ende der fünfziger Jahre eröffnete Altantik nannte man damals noch “Ricks Hollywood”. Seit 1996 zeigte es Arthaus-Filme im Original – der perfekte Ort für anglophile Filmfans mit gehobenem Geschmack. Probeweise gab es auch Konzerte in den Kinosälen, aber schließlich half nichts mehr: Der Kinobetrieb ließ sich einfach nicht mehr fiananzieren.
Was für eine Zukunft wünschen sie sich vom Kino? Dann sollten sie vielleicht wieder häufiger Abstecher in hübsche Kinos aus längst vergangenen Zeiten machen, anstatt sich Zuhause den nächsten Film in Internet zu streamen oder unbedingt eine 3D-Brille aufhaben zu wollen.


