Kaum bezahlbar: Wohnen in Starnberg
Starnberger See © magann – Fotolia.com
Das Fünfseenland nennt man die Gegend rund um den Starnberger, Ammer, Wörther, Pilsener und Wesslingert See, die sich allesamt in Oberbayern befinden. Die Gegend gilt als einer der reizvollsten Landschaften Deutschlands, vor allem dank seiner eiszeitlich geschliffenen Gletscher und hügeligen Moränenlandschaft. Doch dass das Fünfseenland stetig ein immer beliebteres Reiseziel wird, macht den Einwohnern zu schaffen: Die Mieten und Preise für Grundstücke in der Region steigen seit Jahren. Da die Dörfer gleichzeitig nicht durch übereilte Neubau-Siedlungen verunglimpft werden wollen, wird die Wohnsituation rund um die fünf Seen immer verzwickter. Selbst Familien mit mittlerem Einkommen finden kaum noch ein geeignetes und bezahlbares Objekt.
Was sich für soziale Belastungen für viele Anwohner ergeben, beweist ein Blick in das Jobcenter vor Ort. Immer mehr ergänzende Leistungsbezieher befinden sich in der Region: Rund 300 Personen brauchen neben ihrem Einkommen aus einer ganztätigen Arbeit noch Unterstützung vom Amt, um sich überhaupt eine Wohnung in der Gegend leisten zu können. Mit 505 Euro angemessene Mietkosten pro Hartz-IV-Empfänger hat die Region deutschlandweit einer der höchsten Mietkosten-Sätze – doch für 505 Euro pro Monat eine hinnehmbare Wohnung rund um das Fünfseenland zu finden, grenzt an ein Wunder. So müssen immer mehr Menschen ihren Wohnsitz verlagern und lange Fahrten zu ihrer Arbeit hinnehmen.
Dabei greifen in der Region schon einige Besonderheiten, was die Vergabe von Wohnraum angeht: Viele Unternehmen in der Region mieten günstige Unterkünfte für Beschäftigte an oder bauen ganze Wohnkomplexe für ihre Mitarbeiter. So können qualifizierte Arbeiter trotz der schwierigen Wohnsituation längerfristig an das Unternehmen gebunden werden. Schließlich möchte niemand auf ewig ein Pendler-Dasein mitmachen. Dennoch müssen neue Lösungen her: Ansonsten könnte das Fünfseenland bald nur noch von Touristen besiedelt werden.


