Hygiene-Mängel in 125 bayerischen Betrieben
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Seit kurzem steht die Münchener Großbäckerei Müller-Brot am Pranger, weil sie Hygiene-Vorschriften nicht eingehalten hat. Dabei ist das Unternehmen kein Einzelfall. Zwischen 2006 und 2010 stellte das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit in insgesamt 125 Betrieben “gravierende Mängel” fest. Dabei sind Verunreinigungen und Schädlingsbefall die häufigste Diagnose. Das mögen teilweise Spinnweben sein, an anderer Stelle finden die Kontrolleure allerdings auch Mäusekot, Insekten und anderes Getier sowie verschimmelte Abflüsse. Allerdings gehöre es zur Praxis, dass Bäckereien nach einer Kontrolle immer mal wieder nachreinigen müssten. In kaum einem Fall bestehe wirklich eine Gefahr für die Gesundheit und die Ware werde deswegen auch nicht zurückgeholt.
Wenn das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit Kontrolleure losschickt, handelt es sich bereits um besondere Fälle, die von der Kreisbehörde vorgegeben werden. In manchen Fällen muss dann sogar die Staatsanwaltschaft eingeschaltet werden, wenn beispielsweise konkreter Betrugsverdacht besteht. Davon gibt es sogar Bilder, die Mitarbeiter der Spezialeinheit aufgenommen haben, um sie der Backbranche zu zeigen. “In solchen Großbetrieben müsste es eigentlich aussehen wie in einem OP-Saal”, sagt Gero Beckmann. Er ist schockiert, glaubt aber eine Ursache zu kennen: Auch Reinigungskräfte würden oft nicht nach Qualität, sondern nach Preis ausgesucht. Doch nicht nur die Betriebe und Anlagen sind zu bemängeln. Auch die persönliche Hygiene der Mitarbeiter ließ immer wieder zu wünschen übrig.
Will man dem Problem zahlenmäßig auf den Grund gehen, helfen die Ergebnisse von Laborproben des LGL. 2010 wurden demnach von 672 Betrieben Brote und Kleingebäck geprüft. In 20 Prozent der Fälle gab es davon etwas zu beanstanden. Bei den Untersuchungen von feinen Backwaren gab es in 14 Prozent der Proben etwas zu bemängeln. Allerdings fallen diese Ergebnisse bei der Prüfung von Fleichprodukten (bis zu 25 Prozent) und Alkohol (24,5 Prozent) sogar noch gravierender aus.


