Freiburgs Studenten: die verzweifelte Suche nach Wohnungen
Die sonst gemütliche Studentenstadt Freiburg erlebt gerade einen wahren Kampf um Wohnraum. Viele Studienanfänger in Freibrug mussten in diesem Wintersemester festellen, dass es um einiges einfacher war, den Studienplatz an der Uni als ein Zimmer in einer Wohngemeinschaft zu bekommen.
Der Wohnmangel ist durch die höhere Anzahl von Studienanfänger zu erklären. Dieses wiederum ist unter Anderem dadurch zu erklären, dass in diesem Sommer in Niedersachsen und in Bayern jeweils Doppelabiturjahrgänge entlassen wurden. Die Aussetzung der Wehrpflicht hat die Zahl der Studienanfänger zusätzlich nach oben getrieben. Als Folge dessen hat die Zahl der Bewerbungen an staatlichen Hochschulen für zulassungsbeschränkte Studiengänge um rund 30 Prozent zugenommen. In der ganzen Bundesrepublik strömen so viele Studenten an die Universitäten wie sonst selten. Und es ist klar, dass die Studienanfänger irgendwo wohnen müssen.
Das Studentenwerk in Freiburg gibt an, dass sich für das Wintersemester, welches an der Uni am 24. Oktober beginnt, 25 Prozent mehr junge Leute für einen Platz im Wohnheim beworben haben als noch vor einem Jahr. Den Mitarbeitern des Studentenwerks ist klar, dass der Ansturm auf die Unis kein kurzfristiges Phänomen sein wird und bis 2030 anhalten wird. Denn 2013 werden auch in Hessen und Nordrhein-Westfalen doppelte Abiturjahrgänge entlassen. Danach folgen weitere Bundesländer. Die Mitarbeiter des Studentenwerks in Freiburg geben an, dass diese Entwicklung schon lange abzusehen war. Deswegen fordern sie seit Jahren die Schaffung von mehr Wohnheimplätzen.
Nun hat die Wissenschaftsministerin Theresia Bauer den Studentenwerken mehr Geld versprochen. “Wir werden uns bemühen, die Versäumnisse der vergangenen Jahre aufzuholen. Die Zahl der öffentlich geförderten Wohnraumplätze für Studierende ist nicht in dem Maß gewachsen, wie die Zahl der Studierenden zugenommen hat.”
Dennoch ist man in Freiburg zuversichtlich, dass bis zur Mitte des Wintersemesters jeder Student eine Bleibe gefunden hat. Denn inzwischen organisieren sich die Studenten selbst und ziehen in Wohngemeinschaften.


