Engagement für Roma und Sinti
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Seit 2009 ist die Situation für Sinti und Roma rund um Tübingen alles andere als leicht: Offiziell dürfen sie wieder in den Kosovo abgeschoben werden, weil der Krieg als beendet gilt. Das Programm wurde allerdings im August 2011 ausgesetzt, damit sich ein Expertenkomitee des Bundeslands Baden-Württemberg ein Bild der wahren Situation vor Ort machen konnte. Mittlerweile sind sie zurück, ein Bericht und die endgültige Entscheidung stehen aber noch aus.
Nun machen sich Lehrer im Bundesland stark für das Bleiberecht der Sinti und Roma: Das Netzwerk “rassimuskritische Migrationspädagogik” fordert von der grün-roten Landesrergierung, ein Signal zu setzen und für andere Bundesländer als Vorbild voran zu gehen. Im Netzwerk sind viele Lehrer aus Baden-Württemberg zusammengeschlossen, es existiert seit knapp drei Jahren. Anstatt abzuschieben, fordern die Pädagogen ein dauerhaftes Bleiberecht für langzeitgeduldete Familien. Auch ohne im Kosovo gewesen zu sein, ist für das Lehrer-Netzwerk klar: Roma werden im Kosovo nach wie vor diskriminiert, für die meisten Kinder bedeutet die Abschiebung nicht nur ein Ende des friedlichen Lebens in Deutschland, sondern auch ein Ende ihrer Bildungskarriere. Auch die Hilfsorganisation Unicef geht davon aus, dass für drei von vier Kindern einer Minderheit im Kosovo der Schulbesuch praktisch unmöglich ist. Noch dazu sind Kinder von Roma, die den größten Teil ihres Lebens in Deutschland verbracht haben, eben auch Deutsche, so argumentieren die Lehrer weiter. Sie haben im Kosovo keine Perspektive und noch schlimmer, keine Verbindung zu diesem Land.
Auch die Integrationsministerin Bilkay Öney von der SPD gibt sich optimistisch: Bei einer allgemein Rede über die Ziele in 2012 machte sie klar, dass sie das Motiv der Abschreckung zu Gunsten einer an die Bedürfnisse der Flüchtlinge angepassten Aufnahmepraxis fallenlassen will. Derzeit leben im Bundesland knapp 10.000 Menschen mit Duldung, davon rund 1.200 Roma. Etwa 600 von ihnen sind Kinder und Jugendliche.


