Ein Leben als Weinprinzessin
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Damals wie heute bleibt für viele Mädchen der sehnlichste Kindheitstraum, einmal Prinzessin zu sein – mitsamt Kleid und Krönchen. Für einige junge Frauen aus Franken konnte sich dieser Traum aus den Kindertagen erfüllen und sie dürfen sich heute Weinprinzessin nennen.
Zwar fällt das Leben auch als gekrönte Weinprinzessin nicht ganz so prunkvoll aus, wie man es aus den Märchenbüchern kennt. So werden den Damen Kutsche, eigenes Schloss und Ländereien vorenthalten, aber dennoch heißt es, maßgeblich mit Würde und Anstand zu leben. Eine Prinzessin mit Zigarette oder Bier in der Hand, oder etwa flirtend mit den wenig prinzengleichen Junggesellen auf Weinfesten, wird mit Hinblick auf Stil und Etikette eher ungern gesehen.
In gewisser Weise bedeutet das Entgegennehmen der Krone also auch einen Schritt in eine andere Welt. Zwei Jahre lang wird der Titel getragen und soll würdevoll repräsentiert werden, ob auf rauschenden Weinfesten, Tafelrunden mit Bürgermeistern und Bundespolitikern, zu Premieren mit der Prominenz des Landes oder auch einfach nur glanzvoll in den eigenen Dorfkreisen.
Ein wenig sollte man also für die Rolle der Weinprinzessin prädestiniert sein und Spaß daran haben, das Dorfwappen in der Krone zu tragen, für kleine Winzerorte zu werben und hofierend von einem Platz zum anderen zu ziehen. Das will erst einmal gelernt sein. Deshalb kommt jeder angehenden Hoheit ein Kurs in Weinkunde, Kleidungs- und Stilfragen zu, um größere Fauxpas zu vermeiden. So will hier vom Auftreten bis zur Kleidungsform alles gut durchdacht sein. Bauchfrei oder sommerlich in FlipFlops, zählt auf einer offiziellen Veranstaltung bereits zum absoluten Fehltritt. In Dirndl oder Sommerkleid jedoch, werden die hübschen jungen Damen dem Titel durchaus mehr als gerecht. Mit dem richtigen Lächeln kann dann die Arbeit als Kultur- und Weinbotschafterin aufgenommen werden.


