Dürer © Axel Gutjahr – Fotolia.com
Wird nun endlich der Streit zwischen München und Nürnberg um das Dürer-Porträt beigelegt? Wohl kaum, denn erst jetzt kam heraus, dass das Selbstbildnis, nicht wie gedacht, im Jahr 1971, in Nürnberg beschädigt worden ist, sondern bereits zuvor. Die Beschuldigungen wurden nun als Lüge aufgedeckt, weswegen das Germanische Nationalmuseum in Nürnberg das Interesse an der Ausleihe des Gemäldes wieder zurückgenommen hat
Der Schaden am Gemälde ist so groß, dass das Selbstbildnis keinesfalls transportiert werden könnte, so der Chefrestaurateuer des Germanischen Nationalmuseums und der der Bayerischen Staatsgemäldesammlung in München. Auch Ministerpräsident Horst Seehofer hatte sich gemeinsam mit dem Wissenschaftsminister Heubisch von dem Schaden am Gemälde überzeugt. Laut Horst Seehofer ist “Das Ergebnis so eindeutig, dass man anderes nicht verantworten könnte, und deshalb wird das Germanische Nationalmuseum diese Bitte zurückziehen.” Dies hat das Museum bereits getan.
Doch der Streit darüber, wo das Bild beschädigt worden ist, geht in die nächste Runde. München hatte Nürnberg beschuldigt, 1971 soll das Gemälde beschädigt von Nürnberg nach München gekommen sein. Doch dies ist eine Lüge. Grünen-Fraktionschef Sepp Dürr zeigte sich verärgert über die falsche Beschuldigung von Seiten der Münchner. So hatte der Generaldirektor Schrenk damals die Franken beschuldigt, bei ihnen wäre das Bild immens beschädigt worden.
Nun stellten Wissenschaftler fest, dass die verheerenden Risse am Bild vom Albrecht Dürer bereits in den 30er Jahren entstanden sind und auch schon damals dokumentiert worden sind und nicht erst in den 70er Jahren.
Eigentlich wollte Nürnberg das Bild bei der Ausstellung ab dem 24. Mai im Germanischen Nationalmuseum präsentieren, doch nun ist das Interesse zurückgenommen worden. So soll man sich nun lieber um die Schäden und den Erhalt des Gemäldes kümmern, anstatt es von München nach Nürnberg zu verfrachten.