Der Nürnberger Planetarium feiert sein Jubiläum
Planetarium © WoGi – Fotolia.com
Das Nicolaus-Copernicus-Planetarium in Nürnberg feiert am 11. Dezember seinen 50. Geburtstag. Nürnberg blickt auf eine spannungsreiche Planetariums-Geschichte zurück. Im Jahr 1925 wurde der Bau des ersten Großplanetariums in der Stadt beschlossen. Nur zwei Jahre zuvor wurde der weltweit erste Planetariumsprojektor von der Firma Carl Zeiss fertig gestellt. Nürnberg musste für den Projektor nur die Hälfte des Preises bezahlen, aber bis 1949 zehn Prozent der Einnahmen an die Firma Carl Zeiss abgeben. Der Architeckt Ernst Otto Schweizer entwarf einen zylinderförmigen Bau mit einer Kuppel von 23 Metern Höhe und 450 Sitzplätzen. Die Innenausstattung wurde von den Nürnberger Bürgern selbst gestiftet. 200.000 Reichmark bezahlte die Stadt für den Bau und 150.000 Reichsmark für den Projektor. 1927 wurde das Planetarium feierlich eröffnet, es war das siebte Planetarium weltweit. Kamen im ersten Jahr noch 55.000 Besucher_innen, waren es durch die Weltwirtschaftskrise im Jahr 1929 nur mehr 21.600.
In den Dreißigern wurde das Planetarium als architektonischer Schandfleck gesehen und mit einer Synagoge verglichen, woraufhin die Nazis ihren Judenhass und Hass auf politische Gegner darauf projizierten. Nach der Machtergreifung Hitlers traute sich keine_r mehr, das Planetarium zu besuchen und es wurde im Dezember 1933 von den Nazis geschlossen und später von Stadtrat der Abriss beschlossen. Der Projektor wurde unter der Kaiserburg im Kunstbunker gelagert.
In den Fünfziger Jahren wurde im Rathaus beschlossen, diese “Kulturschande” der Nazis wiedergutzumachen und ein neues Planetarium zu bauen. Der Projektor war auch noch erhalten geblieben. Im Herbst 1958 gab der Oberbürgermeister Andreas Urschlechter (SPD) bekannt, am Plärrer werde für 1,5 Millionen DM ein neues Planetarium gebaut. Architekt war Wilhelm Schlegtendal. Das Gebäude war aber mit seinen 250 Sitzplätzen zu klein und musste nochmal erweitert werden.
Am 11. Dezember 1961 konnte es dann wieder eröffnet werden. 12 Jahre später, zum 500. Geburtstag von Nicolaus Copernicus bekam das “Planetarium im Kuppelbau der EWAG am Plärrer” seinen heutigen Namen. Nach vielen Bearbeitungen, Sanierungen und einer Fast-Schließung feiert das Nicolaus-Copernicus-Planetariums am 11. Dezember sein 50-jähriges Bestehen und startet die Veranstaltungsreihe “Kunst unter der Kuppel im Planetarium”.


