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Die ganze Welt ist Bio oder will es zumindest in der Zukunft sein. Anders scheint der enorme Ausstelleransturm auf die weltgrößte Biofach-Messe in Nürnberg nicht erklärbar zu sein.
Aus mehr als 80 Ländern kommen etwa 2400 Aussteller, um für ihre Bio-Produkte zu werben. Darunter finden sich neben den üblichen biologisch angebauten Lebensmitteln auch manch korioses, wie glutenfreies Hundefutter mit Aloe Vera. Auch Designer stellen ihre aus ökologisch erzeugte Baumwolle hergestellten Kollektionen vor.
Besonders Indien ist in diesem Jahr mit rund 50 Öko-Firmen stark vertreten, was nur beweist, dass Indien immer wichtiger als Erzeuger für Bio-Produkte wird.
Der größte Markt für Bio ist nach wie vor die USA, wo 2010 umgerechnet mehr als 26 Milliarden Euro für Bio-Produkte ausgegeben wurde. Und die USA wollen mehr: die Obama-Regierung fördert den Umstieg auf Bio-Landwirtschaft mit finanzieller Starthilfe. Auch in Indien soll der Bio-Boom voran schreiten. So schaltet die indische Regierung Fernsehspots, um für den Öko-Umstieg zu werden. In Deutschland sieht die Lage etwas anders aus. Zwar ist auch hier der Bio-Trand ungebrochen, was ein Branchenwachstum von neun Prozent eindrucksvoll beweist. Doch eine effektive Förderung sieht anders aus: der Bedarf an Anbauflächen wächst massiv, doch die Zahl der nutzbaren Flächen stieg nur um etwa 1,5 Prozent. Ein Grund dafür ist die sogenannte “Vermaisung”, bei der landwirtschaftliche Flächen für den Maisanbau, also für Biosprit gefördert werden und dadurch die Pachtpreise erheblich steigen. Eine ökologische Bewirtschaftung wird für die Bauern zunehmend unattraktiv und unrentabel. So wird der Bedarf für den zweitgrößten Bio-Markt der Welt immer mehr durch Importe gedeckt: Kartoffeln, Karotten und Äpfel werden schon heute bis zu 50 Prozent importiert. Experten schlagen Alarm und fordern 10.000 neue Betriebe für den Bio-Bereich.