Das Brandenburger Tor
Das Wahrzeichen Berlins sollte nicht nur aus der Werbung oder Reiseführern bekannt sein: Das Brandenburger Tor wird mit vielen wichtigen Ereignissen in Berlin, aber auch ganz Deutschland und Europa assoziiert - so markiert es etwa auch die frühere Grenze zwischen Ost- und West-Berlin. Der frühklassizistische Torbau wurde von 1788 bis 1791 auf Anweisung des preußigen Königs Friedrich Wilhelm II. von Carl Gotthard Langhans gebaut. Am Brandenburger Tor beginnt mit dem Pariser Platz die berühmte Shopping-Meile "Unter den Linden", an der Weststeite liegt der "Platz des 18. März", an dem die "Straße des 17. Juni" anschließt, die quer durch den Tiergarten führt.

Brandenburger Tor, Quelle: Dennis Tafel / pixelio.de
Die Siegessäule
Inmitten des weitläufigen Tiergartens in Berlin-Mitte, genauer am Platz des Großen Sterns, steht die Berliner Siegessäule. Diese soll als Nationaldenkmal an die Einigungskriege im 19. Jahrhundert erinnern, aus denen der erste "kleindeutsche Nationalstaat" unter der Führung Preußens entstand. Heinrich Strack entwarf die Säule mit der im Berliner Volksmund genannten "Goldelse", eine goldene Statue, die auf Viktoria beziehungsweise die griechische und römische Siegesgöttin Nike zurückgeht. Gebaut wurde von 1864 bis 1873. Ursprünglich stand die Siegessäule aber direkt vor dem benachbarten Reichstag, 1938 musste sie jedoch umziehen, um auf der "Straße der Monumente" zu liegen: Dort versammeln sich heute viele Denkmale und Erinnerungsorte Berlins.
Der Botanische Garten
Über 43 Hektar Fläche und etwa 22.000 verschiedene Pflanzenarten locken Naturfans aus der Innenstadt Berlins hinaus nach Lichterfelde: Der größte Botanische Garten Deutschlands zählt jährlich rund eine halbe Millionen Gäste. Er gehört zur Freien Universität Berlin, auch ein "Botanische Museum" gibt es. Mit seiner reichen Artenvielfalt ist er weltweit auf dem dritten Platz der artenreichsten Botanischen Gärten. Die älteste Pflanze in Lichterfelde ist ein 160 Jahre alter Palmfarn. Auch den Riesen-Bambus im Großen Tropenhaus, der 25 Meter hoch und 15 Zentimeter breit ist und jeden Tag um bis 30 Zentimeter wächst, sollte man sich nicht entgehen lassen.

Botanischer Garten, Quelle: CFalk / pixelio.de
Checkpoint Charlie
Nirgendwo lässt sich in Berlin so gut "historische Luft" schnuppern, wie am Checkpoint Charlie, wo einst sowjetische und US-amerikanische Truppen die Mauer überwachten und patrouillierten - teilweise standen sich hier sogar Panzer gegenüber, die im Notfalls auch befugt waren, aufeinander zu feuern. Zwischen 1961 und 1990 gab es diesen sehr bekannten Grenzübergang, der den Bezirk Ost-Berlin von Berlin-Kreuzberg teilte. Neben Fahnen, Plakaten und Grenzhäuschen am Checkpoint Charlie selbst erinnert ein nahegelegenes Mauermuseum mit Fotografien und Fragmenten an die bewegte Geschichte Berlins.

Checkpoint Charlie, Quelle: marge simpson / pixelio.de
Fernsehturm
Wer Höhenangst hat, liest jetzt besser nicht weiter: Der Berliner Fernsehturm am berühmten Alexanderplatz ist mit 368 Metern Höhe das höchste Bauwerk Deutschlands und das vierthöchste nicht abgespannte Bauwerk Europas. ber 31.000 Tonnen wiegt der Turm, der von 1965 bis 1969 gebaut wurde. Rund eine Millionen Besucher trauen sich jedes Jahr in die luftigen Höhen: Innerhalb von 40 Sekunden geht es per Lift zum Panorama-Blick. Oben auf gut 200 Metern Höhe gibt es zur Belohnung auch ein "Telecafé" getauftes Restaurant. Auch Heiraten kann man im Fernsehturm.

Fernsehturm, Quelle: Marc Tollas / pixelio.de
Die Mauer
Mehr als 28 Jahre lang war Berlin eine geteilte Stadt: Auf Anweisung der Regierung der ehemaligen DDR sollte die Mauer ab 1961 den Flüchtlingsstrom von Ost nach West stoppen. Bis zum 9. November 1989 trennte sie die alliierten Siegermächte vom sowjetisch regierten Ost-Berlin. Für die DDR-Soldaten galt bei "ungesetzlichem Grenzübertritt" der Schießbefehl: Wie viele Menschen genau an der Mauer starben, ist unbekannt, Schätzungen gehen von 136 bis 245 Opfern aus. Heute gibt es kreuz und quer in Berlin viele echte Mauerstücke und Erinnerungsorte: Etwa den Mauerpark im Prenzlauer Berg oder den Berliner Mauerweg, der 160 Kilometer lang entlang der ehemaligen Grenze des gesamten West-Berlins verläuft und dabei über viele ehemaligen Zoll- und Kolonnenwege führt.

Die Mauer, Quelle: Christa Nöhren / pixelio.de
Unter den Linden
Shopping, Glamour, Luxus: Das gibt es in der Stadt, die "arm, aber sexy" ist, durchaus auch. Etwa auf der Shopping-Meile und Prachtstraße "Unter den Linden". Diese führt vom Pariser Platz mit dem Brandenburger Tor entlang des Neubaus der Akademie der Künste und des berühmten Hotels "Adlon" rund anderthalb Kilometer bis zur Schloßbrücke, wovon es nur noch ein Katzensprung bis zur Museumsinsel oder dem Alexanderplatz mit Fernsehturm und Rotem Rathaus ist. Auch berühmte Dichter und Denker wie Goethe, Schiller, Heine oder Mann wohnten bei Berlin-Reisen in der Straße und thematisieren diese teilweise in ihren Schriften.

Unter den Linden, Quelle: Hans-Jürgen Spengemann / pixelio.de
Schloss Charlottenburg
Im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf befindet sich das prächtige Schloss Charlottenburg, das ursprünglich als Sommer-Residenz der Gemahlin von Kurfürst Friedrich III. geplant war. Am 11. Juni 1699 wurde das Schloss eingeweiht, seitdem aber noch oft bautechnisch verändert. Heute ist das Schloss als Museum zu besichtigen: Hier gibt es die Wohnung Friedrichs des Großen, Kroninsignien von Friedrich I. und seiner Gemahlin, das Prozellankabinett, die Goldene Galerie und zahlreiche Gemälde, vor allem französische Malerei des 18. Jahrhunderts, zu bewundern. Auch der Barockgarten mit kleineren Bauten wie einem Teehaus verzaubert viele Besucher.

Charlottenburg, Quelle: Tom Kleiner / pixelio.de
Schloss Bellevue
Unweit der Siegessäule und des Brandenburger Tors am Nordrand des weitläufigen Tiergartens liegt der Sitz des deutschen Bundespräsidenten: Das Schloss Bellevue, was übersetzt so viel wie Schloss Schönblick bedeutet. Michael Philipp Boumann entwarf das Bauwerk, beauftragt wurde er vom jüngsten Bruder Friedrichs II., Ferdinand von Preußen. 1986 wurde das im Zweiten Weltkrieg stark zerbombte Schloss renoviert, 2004 abermals saniert. Das Schloss Bellevue zierte sogar schon Sonderbriefmarken der Deutschen Post von 1962 und 2007.

Schloss Bellevue, Quelle: Juana Kreßner / pixelio.de
Der Reichstag
Das imposante Reichstagsgebäude wurde vom Architekten Paul Wallot 1884 bis 1894 nach Vorbild der Neorenaissance errichtet. Es befindet sich in unmittelbarer Nähe zum Brandenburger Tor, dem Tiergarten und der Siegessäule in Berlin-Mitte. Bis 1918 tagte hier der Reichstag des Deutschen Kaiserreiches, anschließend das Parlament der Weimarer Republik. Hier wurde also viel Geschichte geschrieben: Auch der Reichstagsbrand von 1933 bezieht sich auf dieses Gebäude. Seit 1999 sitzt hier der Deutsche Bundestag, auch die Bundesversammlung wählt hier seit 1994 alle fünf Jahre einen neuen Bundespräsidenten. Die nachträglich hinzugefügte Glas-Kuppel ist mittlerweile eine vielbesuchte Touristen-Attraktion und ein zweites Wahrzeichen Berlins.

Der Reichstag, Quelle: Dr. Stephan Barth / pixelio.de
Der Potsdamer Platz
Auf ehemaligen Grenzgebiet entstand ab 1990 das "Manhatten Berlins": Wo sich bis zum Mauerfall viele Straßenbahn- und Omnibuslinien auf einem Fernbahnhof kreuzten, stehen heute Wolkenkratzer und gewagte architektonische Neubauten: Etwa das Quartier Daimler mit debis-Haus und Hollhoff-Tower, der Bahntower, das Beisheim-Center und das berühmte Sony-Center. Gerade Nachts beeindruckt die Skyline des Potsdamer Platzes, der ohnehin von vielen Touristen gern besucht wird. Hier befindet sich auch das Kulturforum Berlin mit der Neuen Nationalgalerie und der Gemäldegalerie, die Berliner Philharmonie und eine Staatsbibliothek. Nördlich des Potsdamer Platzes beginnt bereits der Tiergarten, der zum Brandenburger Tor und dem Reichstag führt.
Der Potsdamer Platz, Quelle: Rolf Handke / pixelio.de
Das Olympiastadion
Im Berliner Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf befindet sich das berühmte Olympiastadion mit Sportforum, Hockey,-, Reit- und Schwimmstadion, Waldbühne, Maifeld, Glockenturm und Langemarckhalle. Knapp 75.000 Zuschauer passen in das Stadion mit Naturrasen, der letzte Umbau, der 2004 abgeschlossen wurde, kostete knapp 250 Millionen Euro. Hier trainiert der beliebte Berliner Fußballverein Hertha BSC, 2011 war die Fußball-Weltmeisterschaft der Damen und 2009 die Leichtathletik-Weltmeisterschaften zu Gast. Das Stadion wurde von 1934 bis 1936 anlässlich der Olympischen Sommerspiele 1936 nach Plänen von Werner March erbaut. Auch Hitler nutzte den Bau für seine Propaganda.

Olympiastadion, Quelle: Dieter Schütz / pixelio.de