Azubi-Mangel in bayrischer Metallindustrie
In Bayern steht man derzeit vor einem großen Problem, das daher rührt, dass immer noch zu wenig Bewerber für den Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen. Sämtliche Stellen in der Metall- und Elektroindustrie werden so auch in Zukunft unbesetzt bleiben, während sich die Industrie trotz der eindeutigen Lage nicht dazu bewegen lassen will, Azubis auch unbefristet zu übernehmen.
Die Unternehmen konzentrieren sich derzeit darauf, noch mehr junge Menschen auszubilden, um so dem aufkommenden Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Dabei beklagt man sich jedoch darüber, dass hierfür immer noch ein Mangel an Bewerbern für die entsprechenden Ausbildungsplätze herrsche. Deshalb sucht die bayerische Metall- und Elektroindustrie händeringend nach gewilltem und geeignetem Nachwuchs für ihr Feld.
Trotz aller sorgen, lehnte man die Tarifforderung der IG Metall, die Unternehmen zur unbefristeten Übernahme aller Azubis nach der Lehre zu verpflichten, konsequent ab. Als Erklärung lieferte man die problematische Erwartung, dass die Unternehmen unter solchen Umständen angesichts der Konjunkturrisiken wieder viel vorsichtiger vorgehen würden. So hätten schwächere Schulabgänger weniger Aussicht auf einen Platz, während auch insgesamt damit zu rechnen sei, dass die Zahl der Azubis um 11 Prozent sinke. Kein Betrieb könne sich sicher sein, ob man auch in vier Jahren noch über genügend Aufträge verfügt, um alle Auszubildenden unbefristet übernehmen zu können. Eine Umfrage hierzu ergab entsprechend, dass 77 Prozent solcher Betriebe, die derzeit über Bedarf ausbilden, bei einer Pflicht zur Übernahme, ihre Ausbildungsbereitschaft eindeutig reduzieren würden.
Im vergangenen Jahr stieg in den Metall- und Elektrobetrieben die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge auf fast 14 000 an. Im aktuellen Jahr erwartet man, dass voraussichtlich 14 700 Schulabgänger neu eingestellt werden, womit man die Rekordzahl aus 2008 bereits ein wenig übersteigt.


