Asylpolitik: Hungerstreik
© vom – Fotolia.com
Sie haben zumindest eine Unterkunft und die Chance in Deutschland zu bleiben und sie wissen es auch zu schätzen, aber ausreichend ist das nicht, denn gleichzeitig leben sie in der Ungewissheit ob sie bleiben sie dürfen oder nicht. Ihre jetzige Unterberingung ist katastrophal. Vor Kurzem hat sich einer ihrer Mitbewohner das Leben genommen. Acht Asylsuchende in Würzburg haben sich nun zu einem Hungerstreik entschlossen. Sie campieren seit ein paar Tagen mit Decken und Matratzen vor dem Würzburger Rathaus. Sie wolle Aufmerksamkeit. Sie wollen das jeder weiß wie sie hier leben und sie wollen das sich etwas ändert.
Einer von ihnen ist Hassan Hosseinzadeh. Er wohnt mittlerweile seit fünf Jahren in Deutschland in einer ehemaligen Kaserne in Würzburg. Es ist eine sogenannte Gemeinschaftsunterkunft. Insgesamt sind dort 450 Asylsuchende untergebracht. Die Militäratmosphäre ist der Kaserne noch immer geblieben. Betonflächen, Zäune und Etagentoiletten. Als Familie wird man immerhin in eigenen Wohnräumen untergebracht. Alleinstehende haben es da etwas schwieriger. Sie wohnen mit anderen zusammen in einem Zimmer. Jedem Bewohner stehen 7 Quadratmeter zu, Platz für Privatsphäre bleibt da auf der Strecke. Für die Asylbewerber ergeben sich aber noch mehr Schwierigkeiten. Sie wissen oft über einen langen Zeitraum nicht, ob sie als Flüchtlinge anerkannt werden oder zurück müssen. Die Unterkunft erinnert oft an Gefängnisse, in denen die Flüchtlinge zuvor waren. Überhaupt wird hier nicht mehr als eine Unterkunft geboten, keiner geht auf die Traumatisierung der meisten Flüchtlinge. Nach vier Jahren wird ihnen gewährt, sich eine eigene Unterkunft zu suchen. Ist dieser Zeitraum in erster Linie natürlich viel zu groß, so gehen die Probleme doch danach gleich weiter. Vermieter sträuben sich, den Flüchtlingen Wohnraum zur Verfügung zu stellen. So kommt es, dass Asylbewerber weiterhin in den Heimen untergebracht sind, weil sie einfach keine Wohnung finden. Aber selbst mit den GU’s hat Bayern ein Problem, bzw. ist einfach nicht ausreichend Platz vorhanden. Die Problematik ist vielschichtig, und wenn auch schon Maßnahmen durchgebracht wurden, so sind diese nicht ausreichend. In der Gemeinschaftsunterkunft in der Hosseinzadeh wohnt, wurden in den letzten Jahren Sanierungsmaßnahmen im Wert von 1,4 Millionen unternommen. Für ihn ist das jedoch genau der falsche Weg. Er möchte keine schönere Gemeinschaftsunterkunft, sondern gar keine. Was soll er in einem Gefängnis mit schönen Türen, denn so fühlt er sich hier.
Bleibt nur abzuwarten, ob der Hungerstreik hier endlich die erhofften Anstösse für Änderungen geben kann.


