Unfall © Daniel Bujack – Fotolia.com
Die aktuelle Verkehrsstatistik des Polizeipräsidiums zeigt: Menschen ab 65 Jahren sind auf Nürnbergs Straßen besonders gefährdet. Im vergangenen Jahr waren mehr als 1000 von ihnen Teil eines Unfalls, wobei fünf Senioren ums Leben kamen. 2010 lag die Zahl noch bei 931. So gelten die älteren Menschen als so genannte Risikogruppe. Im gesamten Raum Mittelfranken zählte die Polizei 3282 Unfälle mit älteren Menschen, bei über der Hälte davon waren sie auch die Verusacher. Insgesamt gab es in Mittelfranken 78 Unfalltote, in Nürnberg davon zehn.
Warum Senioren vermehrt in Unfälle verwickelt sind, erklärt Roman Fertinger, Vizepräsident im Polizeipräsidium, mit Unachtsamkeit. Als Beispiel nennt er einen Fall aus Fürth: Eine 76-jährige Frau wurde von einem Müllwagen überfahren, während sie über die Straße ging. “Sie war im toten Winkel des Lkw und hatte keine Chance”, sagt Fertinger. Dabei gibt es auch ältere Menschen, die sich bewusst mehr aus dem Straßenverkehr heraushalten wollen. Der Schauspieler Joachim “Blacky” Fuchsberger gab beispielsweise seinen Führerschein ab. Der über 80-Jährige hatte einen Auffahrunfall in München verursacht und dies als Warnung verstanden.
In der Unfallstatistik gibt es aber auch noch ein anderes auffälliges Ergebnis: Auch immer mehr Radfahrer erleben einen Unfall. 2010 lag die Zahl der Radfahrunfälle noch bei 676, 2011 zählte die Polizei bereits 740 Vorfälle. Noch mehr waren es allerdings 2008, in dem Jahr waren es ganze 769 Unfälle. Vier der verunglückten Radler im vergangenen Jahr verloren dabei ihr Leben. Wie zum Beispiel beim Unfall an der Sebalduskirche im August. eine 87-jährige Frau starb, nachdem sie sich beim Sturz den Kopf schwer verletzt hatte. Die Radfahrer würden in der Regel die Verkehrszeichen und -regeln missachten, beklagt die Polizei. So mussten die Beamten 172 Leute verwarnen, die in der Fußgängerzonge auf dem Rad unterwegs waren.