30 Künstler/30 Räume – Kunstprojekt in Nürnberg
Kunst und Raum: Um diese Auseinandersetzung geht es derzeit in der Gemeinschaftsausstellung „30 Künstler/ 30 Räume“, die derzeit in Nürnberg läuft. Vier Institutionen beteiligen sich am Experiment: Das Nürnberger Institut für moderne Kunst, die Albrecht-Dürer-Gesellschaft, die Nürnberger Kunsthalle und das Neue Museum. Wer also alle dreißig Werke und Räume bewundern will, muss einmal quer durch Nürnberg – und kann dabei ja zumindest untersuchen, ob sich sein eigener Blick auf den Raum als Phänomen verändert hat.
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Noch bis zum 17. Juni haben Interessierte die Gelegenheit, die dreißig Rauminstallationen zu besuchen. Dienstags bis Sonntags ist von 14 bis 18 Uhr geöffnet. Jeder Künstler durfte sich also einen Raum vornehmen – und damit fast alles anstellen, was er wollte. In einem Raum, der unter dem Titel „Berlin – Beijing“ steht, werden genau diese 10.000 Kilometer in einen kleinen Raum verfrachtet: Vor allem durch kulinarische Wegesstrecken. Kuchen aus Pappe mit schokofarbenem Lack, markierte Raststätten, eine chinesische Fast-Food-Kette nach amerikanischem Vorbild. Aber auch: Dalai Lama trifft auf Kasachstans Präsident und ein Wanderer, der gut der verantwortliche Künstler selbst sein könnte, hält auf einem Teppich Rückschau. Denn der Berliner Künstler Ole Aselmann hat die Strecke von Berlin nach Beijing wahrhaftig selbst zurückgelegt – zu Fuß wohlgemerkt.
Das ist nur eine der dreißig Stationen. Unter dem mystischen Titel „Fossilizing the body border disorder“ erwartet einen schon die nächste: Ein erst einmal außerirdisches Wesen wartet dort auf einen inmitten einer skurillen Felsenlandschaft. Erst auf den zweiten Blick erkennt man, dass es sich eigentlich um einen Mensch aus Kunststoff handelt, der von innen nach außen gestülpt ist. Damit ist sein Körper selbst zum Raum geworden, jedes Organ ein eigenes Zimmer. Verantwortlich für dieses kindlich-nachdenkliche Werk die irische Künstlerin Mariechen Danz.


